Auf dieser Seite erzählen Frauen über PPCM...


Ich heiße Sandra, bin 40 Jahre alt und komme aus Ulm... 

Es passierte bei der Geburt meines zweiten Kindes. 

Jetzt, 3 Monate später, inclusive Aufenthalt in einer Reha-Klinik, gibt es schon einzelne Tage, da fühle ich mich fast wieder gesund....

Die ganze Schwangerschaft war furchtbar anstrengend. Meistens war ich müde und erschöpft, war wenig belastbar. Ich  betrachtete das als „schwangerschaftstypische“ Beschwerden zusammen mit einemVitamin-B-12-Mangel. Außerdem war da ja noch mein 4-jähriger Sohn, der nach Aufmerksamkeit verlangt hat, also viel ausruhen war auch schwierig...

Ich sehnte den Geburtstermin Ende Januar heran. Doch ca. 1 ½ Wochen vorher setzten Blutungen ein, so dass ich gleich in der Entbindungsklinik aufgenommen wurde. Zusätzlich hatte ich noch einen Infekt mit Halsschmerzen und heftigen Hustenanfällen, die mir zu schaffen machten. Nachdem die Blutungen nach 3 Tagen nicht aufhörten, wurde meine Tochter per Kaiserschnitt entbunden. Ich war einfach froh, dass eine Entscheidung getroffen war. Während des Kaiserschnitts stellte sich heraus, dass sich die Plazenta bereits teilweise gelöst hatte. Bei der Operation ging soweit alles glatt, auch der Husten wurde besser, nachdem ich  wegen erhöhter Entzündungswerte im Blut Antibiotika bekommen hatte. Eine Woche später  konnten wir nach Hause und ich fühlte mich soweit wohl. Auch das Stillen bereitete mir keine Schwierigkeiten. Die Kleine war wirklich etwas klein geraten, aber gesund und zufrieden.


Zuhause wurde es dann schlimm: am nächsten Tag fühlte ich mich sehr erschöpft, das Treppensteigen wurde schwierig und ich war etwas depressiv. In der  Nacht begann erneut der Husten, so dass ich kaum schlafen konnte. Liegen war nur noch mit erhöhtem Oberkörper möglich. Am zweiten Tag bekam ich zunehmend weniger Luft und Angst. Mir kamen Zweifel, dass die Ursache meiner Beschwerden reine Erschöpfung war. Da wir beide Hausärzte sind hatte mein Mann einen kleinen Pulsoxymeter in der Notfalltasche. Meine Sättigung war nur 80%. Da wusste ich, dass hier was völlig falsch läuft. Wir sind dann schnell in die Entbindungsklinik gefahren. Dort wurde ich auf der Intensivstation aufgenommen und bekam Sauerstoff. Die Befunde waren nicht eindeutig und da die diagnostischen Möglichkeiten der Klinik begrenzt waren, wurde ich am selben Tag mit  Verdacht auf Lungenentzündung mit dem Notarzt an die Uni-Klinik Ulm verlegt.

An die Aufnahmeuntersuchung kann ich mich noch erinnern, dann „verschwimmt“ alles. Ich weiß noch wie das Atmen immer schwieriger wurde und ich keine Kraft mehr hatte. Ich dachte: „jetzt ist es dann aus“.

Als ich nach 5 Tagen aus dem Koma geholt wurde, war ich einfach nur froh, dass ich noch am Leben war.

Ich hatte Glück, die Herzfunktion hat sich von hochgradig eingeschränkt relativ schnell auf  mittelgradig verbessert. Nun ist LV-Funktion leichtgradig eingeschränkt und ich bekomme   nach einem  normalen Spaziergang keinen Muskelkater mehr.  Auch das „Kopfkino“ und die Angst, die immer wieder hochgekocht ist, geben langsam Ruhe. Meine Familienplanung ist definitiv beendet, so etwas möchte ich nicht noch einmal erleben und wünsche ich keiner Frau.


Ich heiße Katja, bin 29 Jahre alt und komme aus Braunschweig...

Es passierte bei der Geburt meines ersten Kindes. 

Meine Schwangerschaft verlief bis zur 23. Woche planmäßig. In dieser Woche bekam ich vorzeitige Wehen und 10 Tage einen WehenhemmerperInfusion. Mehrere kurze Krankenhausaufenthalte folgten. 

Ab der 33. SSW bekam ich Ödeme an den Füßen. Für meinen Frauenarzt war die Veränderumg nicht besorgniserregend. In der 37. SSW angelangt, wurde ich wegen extremen Wassereinlagerungen (Ödeme), erhöhten Blutdruck und Eiweiß im Urin ins Krankenhaus zum Einleiten eingewiesen. 

Nach 7 Tagen und 7 Einleitungen kam nach einer wirklich schweren  22 Stunden-Geburt mein Sohn zur Welt. Er war gesund. Ich war erschöpft und wollte schlafen .

Am nächsten Tag merkte ich morgens, dass mir der Weg zur Toilette schwer viel. Ich bekam schlecht Luft und war froh wieder in meinem Bett zu sein. Niemand nahm die Sache ernst... bis nachmittags eine Krankenschwester immer und immer wieder den  Blutdruck und die Sauerstoffsättigung kontrollierte. 

Ich bekam Panik, da ich kaum Luft bekam. Ich hatte das Gefühl zu ersticken und müsste sterben. Ich wurde für eine Nacht auf die Intensivstation mit künstlicher Beatmung verlegt. 

Die Ärzte gingen von einer Lungenentzündung aus, was sich nicht bestätigte. Endlich kam ein Arzt auf die Idee ein Herzultraschall zu machen, da er von PPCM gehört hatte. 

Ich hatte bereits nur noch eine Herzfunktion von 20% und mein Herz arbeitete schlecht. Ich wurde sofort in ein anderes Krankenhaus auf die kardiologische Intensivstation verlegt. Dort bekam ich das Medikament Bromocriptin. 

Nach einer Woche Intensivstation wurde ich nach Hannover in die MHH verlegt. Meine Herzfunktion hatte sich nach 7 Tagen Bromocriptin verbessert. Es dauerte eine Weile bis ich mich langsam wieder fit fühlte und auch mal einen kleinen Spaziergang wagte . Ohne die Unterstützung meiner Familie (insbesondere meiner Schwester),  wäre es unmöglich gewesen, sich um einen Säugling und den Haushalt zu kümmern. 

Nun nach 2 Jahren geht es mir wieder gut und mein Herz konnte sich erholen. Ich nehme heute lediglich Betablocker, aber damit kann man gut leben. Ich habe wirklich großes Glück gehabt, dass einer meiner ersten Ärzte bereits von PPCM gehört hatte und sofort gehandelt hat. Ich denke, dass ich ein gutes Beispiel dafür bin, dass sich die Herzfunktion bei einer rechtzeitigen Diagnose fast völlständig erholen kann. Leider haben nicht alle Betroffenen das Glück... 

 

Mein Name ist Wiebke, ich bin heute 42 Jahre alt und komme aus Bremen.... 

Es passierte nach der Geburt meines ersten Kindes. 

Die Diagnose zur PPCM wurde am 01.11.2010 gestellt, da war meine Tochter gerade 8 Wochen alt. Schon einige Tage zuvor bemerkte ich, dass mir das Heben schwerer Sachen, wie der Babyschale, immer schwerer fiel. Dazu kam ein festsitzender Husten, der auch mittels Hustenlöser nicht mehr verschwinden wollte. Von Tag zu Tag ging es mir schlechter. Treppensteigen wurde zur Qual… Ich suchte an einem Sonntag den ärztlichen Notdienst eines Krankenhauses auf. Ich hatte Atemnot und einen Ruhepuls von 120. Dort verschrieb man mir Asthmaspray und ein Antibiotikum. Mein Gefühl sagte mir aber, dass es damit nicht getan war. Ich hielt die folgende Nacht nur noch in aufrechter Sitzposition durch, das Atmen fiel mir immer schwerer. Die Strecke vom Haus ins Auto schaffte ich zu Fuß nur noch mühsam. Meine Hausärztin wies mich direkt ins Krankenhaus ein. Dort wurde meine Lunge geröntgt, ein EKG und ein Herzecho gemacht. Mein Glück war, dass der mich behandelnde Oberarzt sofort PPCM als Ursache meines  schlechten Zustandes in Betracht zog und mich mit einer EF von nur noch 18% nach Hannover in die MHH fahren ließ. Dort verbrachte ich mit Tochter und Ehemann zwei Wochen auf der Intensivstation. Heute geht es mir wieder ziemlich gut. Meine EF liegt bei 48% und ich merke kaum etwas von der Einschränkung. Ich wünsche mir, dass es auch noch ganz lange so bleibt.



Mein Name ist Sari, ich bin 42 Jahre alt und komme aus Windhausen.

Es passierte 4 Tage nach der Geburt unseres ersten Kindes. 

Im Januar 2012 wurde unsere Tochter geboren. Die Schwangerschaft war unkompliziert, außer einer Schwangerschaftsdiabetis ging es mir gut. 

Zwei Tage nach der Geburt sind wir entlassen worden und nach Hause. Ich war ziemlich kaputt und habe auch schlecht Luft bekommen, habe das aber auf die anstrengende Geburt geschoben. 

Erneut zwei Tage später bekam ich weiter schlecht Luft und mein Vater meinte, ich solle doch zum Arzt gehen. Erst wollte ich nicht, habe mich dann aber überreden lassen. Zum Glück! Der Hausarzt konnte nichts feststellen und hat mich für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus überwiesen. Dort angekommen ging dann alles ganz schnell. Es wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die aber nichts konkretes ergaben. Da die Luftnot aber schnell immer schlimmer wurde und ich kaum mehr in der Lage war zu atmen, lag ich ca. 1 Stunde nach Ankunft im Krankenhaus im künstlichen Koma. 

Mein Herz hatte nur noch eine Pumpleistung von 30%. 


Nach einigen Tagen wurde ich in die Uniklinik Göttingen verlegt, da man in meiner bisherigen Klinik nichts mehr für mich tun konnte. Ich hatte zusätzlich eine beidseitige Lungenentzündung, eine Blutvergiftung und eine Lungenkrankheit Namens ARDS. In Göttingen wurde mir eine Impella-Pumpe eingesetzt. Diese kommt zum Einsatz, wenn das Herz es alleine nicht schafft. Tatsächlich musste die Pumpe auch einige Male bei mir zum Einsatz kommen. Es sah nicht gut aus und es war fraglich, ob ich überleben würde. 


Nach 13 Tagen verbesserte sich mein Zustand und ich durfte aus dem Koma aufwachen. 

Meine Muskeln hatten sich zurückgebildet und ich bekam Physiotherapie, um wieder laufen zu lernen. Nach weiteren 2 Wochen im Krankenhaus durfte ich dann nach Hause. Meine Tochter konnte mich in der ganzen Zeit nur 2x im Krankenhaus besuchen. 

Mein Mann hatte sich während meines Krankenhausaufenthaltes Urlaub genommen und auch noch einige Zeit, als ich wieder zu Hause war. Nachdem er wieder arbeiten gegangen ist, hatte ich eine von der Krankenkasse bezahlte Haushaltshilfe, die bei mir war, wenn mein Mann auf der Arbeit war. Sie hat sich um den Haushalt gekümmert und auch um unsere Tochter. Ich konnte langsam zurück in den Alltag finden und nach und nach meine Aufgaben wieder übernehmen. 

Mir geht es heute wieder gut, meine Pumpleistung hat sich normalisiert. Geblieben ist eine kleine Klappenundichtigkeit, die mich aber nicht beeinträchtigt. 

Das einzige was mich von Zeit zu Zeit immer mal wieder einholt ist die Psyche. Ich arbeite dran, aber es wird mich wohl noch eine Weile begleiten.

Die Ärzte haben mir von einer weiteren Schwangerschaft unbedingt abgeraten und wir werden uns  daran halten! Ich möchte mein Leben nicht auf´s Spiel setzen und natürlich noch lange lange für unsere Tochter da sein!